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Band: kontakt(at)staring-girl.de

Booking: matze(at)matzesmanagement.com

Presseinfo zur EP (VÖ, 2019):

Love In/Love Out

Es gibt diese Bands. Einerseits versteht man nicht, warum sie es bislang nicht auf die ganz großen Bühnen geschafft haben, andererseits möchte man das gar nicht. Nicht weil man das, was diese Bands da spielen, nicht ausstehen könnte, im Gegenteil: Man möchte dieses Kleinod an Außergewöhnlichkeit ganz für sich alleine haben. Unteilbar. Einer tragischen Liebe gleich, die nie öffentlich werden darf, soll sie nicht ihren Glanz verlieren. Staring Girl ist so eine Band. Obwohl sie bereits vor einigen Jahren fast schon gewaltvoll in die erste Reihe gezerrt wurde – als Gisbert zu Knyphausen einen Song von ihr in der Show TV Noir coverte –, weigert sie sich nach wie vor beharrlich, den ihr zugewiesenen Platz einzunehmen. Erst im vergangenen Jahr erschien mit „In einem Bild“ das zweite Album von Staring Girl. Sechs Jahre und mehrere Bandumbesetzungen nach dem Debüt-Album „Sieben Stunden und vierzig Minuten“. Zeit war dann auch das zentrale Thema des Albums von 2018, auf dem Sänger und Songschreiber Steffen Nibbe über Vergehen und Vergänglichkeit sinnierte. Umso erstaunlicher, dass mit „EP“ bereits schon jetzt ein neues Werk vorliegt. Und noch erstaunlicher, dass das Überthema hier – ja, man mag es kaum glauben – die Liebe ist. Mal ist die Liebe da, mal ist sie weg. Dass es Nibbe gelingt, diesem banalen Pop-Thema, das immer wieder aus allen Ecken und Enden aufs Neue besungen wird, neue herzzerreißende oder wahlweise herzerwärmende Bilder in trockener, fast schon beiläufiger Sprache abzuwringen, zeugt von dessen großartigem Prosa-Talent. Musikalisch unterstützt wird er dabei kongenial von Gunnar Ennen, Jens Fricke, Frenzy Suhr und Robert Weitkamp, einer Band, die offensichtlich mehr als nur gut eingespielt ist. In gerade einmal zwei Tagen wurden die sechs Stücke der „EP“ live aufgenommen. Multiinstrumentalist Gunnar Ennen, der bei Staring Girl mal das Wurlitzer, mal die Gitarre, mal die Lapsteel spielt, übernahm dann zusätzlich auch noch den Mix.

Diese Herangehensweise, die Art der Aufnahmen, des Sounds und des Zusammenspiels mögen altmodisch und kauzig wirken – oder eben im besten Sinne komplett aus der Zeit gefallen. Und Zeit ist indirekt auch auf „EP“ wieder ein Thema. Denn fünf der sechs Stücke sind ältere Staring Girl-Songs. Allerdings frisch eingekleidet. Dass diese Kleidung nicht nur willkürlich übergestülpt ist, sondern offenbar jedes Detail liebevoll selbst genäht wurde, ist ersichtlich. Fast schon mystisch beginnt „Die guten Gedanken“ mit einem lyrischen Appell: abwarten, nichts überstürzen, einfach mal den Kopf stillhalten. Nur dann könnte eventuell die Liebe zurückkommen. Countryesk geht es auf „Viertel vor nichts“ weiter. „Was für Geräusche macht ein gebrochenes Herz“, fragt Nibbe, um kurz darauf das Selbstmitleid mit der Zeile „lern endlich schwimmen und nimm’s doch nicht so schwer“ motiviert hinwegzuschubsen. Die Einsamkeitshymne „Cornflakes mit Milch“ wartet mit einem Glockenspiel auf, das an Ennio Morricones „Once Upon A Time In The West“ erinnert. Dabei streichelt das federleichte Schlagzeug die dann doch nicht ganz so erbauliche Stimmung des Erzählers. Das einzig komplett neue Stück der EP, „Autos fahren auf Straßen mit Namen“, sendet schließlich ein kleines „Fuck You“ an den Trauermodus. Der heftige Totalausbruch mit David-Gilmour-Gitarrensolo-Anleihe fegt die rosarote Brille entschieden von der Nase. Apropos Solo: Dass eine deutschsprachige Band so unverkrampft, unpeinlich und geschmackvoll auf Gitarrensoli setzt, ist mindestens bemerkenswert. Auch der Staring Girl-Klassiker schlechthin „Jeder geht allein“ unterstreicht mit einem zarten Solo die adoleszente Liebesbeschreibung. Trotz der Ich-Bin-Wieder-Allein-Thematik bleibt der Hörer glücklich-melancholisch berührt. Zum Abschluss der EP, in „Auf dem Weg zu mir nach Haus“, glänzt am Ende schließlich wieder der Tag. Nibbe findet schlichte Worte für ein sich überwältigendes, einschleichendes Gefühl, das wir getrost Liebe nennen dürfen.

Mit der zurückhaltend betitelten „EP“ finden Staring Girl eine musikalische Love In/Love Out-Form, die gewaltig ist, ohne aufdringlich zu sein. Die große Emotionen thematisiert, ohne sie anzusprechen. Gleichzeitig gelingt ihnen der Spagat zwischen Retrospektive und Ausblick. Jenseits von musikalischen Trends haben sich Staring Girl über die Jahre unbeirrt weiterentwickelt und mittlerweile einen vollendeten Band-Sound gefunden, der hierzulande einzigartig ist. Mit der „EP“ dürfte die tragische Liebe der bisherigen Staring Girl-Fans zu „ihrer“ Band weiter verstärkt werden. Ob die Band damit nun die großen Bühnen erklimmt, ist ihr wahrscheinlich selbst furchtbar egal.

Christoph Kohlhöfer

Staring Girl – EP (Kombüse Schallerzeugnisse, VÖ: 06.12.2019)

Presseinfo zum aktuellen Album „In einem Bild“ (VÖ 2018):

Als Staring Girl 2012 ihr Debutalbum bei K&F Records veröffentlichten, wurde gesagt, dass der Sound schüchtern, in seinem positivsten Sinne, sei. Eine Stimme, die sich nie erhebt, die eher ungelenk als extravagant ist und dabei von einer Band gestützt ist, die so unaufdringlich rumpelnd spielt, dass man beim Hören dennoch in einen packenden Sog gerät. Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen und Bandvorstand Steffen Nibbe ist mit komplett neuer Besetzung unterwegs, die sich zu großen Teilen aus der alten Gisbert zu Knyphausen-Band rekrutiert und besonders live jetzt ordentlich zu flowen weiß. Vibrafon, Klarinette oder Flügelhorn sind ebenfalls von Zeit zu Zeit dabei, die besondere Sichtweise auf unseren Alltag in Nibbes Texten sowieso. Clever ist das, norddeutsch maßvoll trotz aller Live-Energie auch.

Die Hamburger Band, die zudem diverse Sampler-Beiträge beim umtriebigen Netz-Label Omaha Records ihr Eigen nennen darf, war u.a. als Support von Gisbert zu Knyphausen und Erdmöbel auf Tour, bevor im April 2018 ihr neues Album „In einem Bild“ bei KOMBÜSE Schallerzeugnisse (dem Label der Hamburger Küchensessions) veröffentlicht wurde. Das neue Album, das sich irgendwo zwischen Americana, Singer-Songwriter und Indiepop verorten lässt, wurde im Watt’n Sound-Studio an der nordfriesischen Nordseeküste live und analog auf Tonband aufgenommen.

Das neue Album „In einem Bild“ ist ein musikalisches Roadmovie. Manchmal in strengem Schwarzweiß, anderswo in psychedelischen Farben. Gitarrenfahnen wehen am Auto vorbei. Warme Klänge flirren über den Asphalt, türmen sich zur Fata Morgana, die dann im Rückspiegel in wunderschönem Krach wieder zerfällt. Im Scheinwerferkegel wirbelt ein Schlagzeug Staub auf, am Horizont hebt sich ein leuchtender Refrain. Der Motor summt und jault. Auf dem Rücksitz: Songwriter Steffen Nibbe, der das Beobachtete in eigenwillige Prosa fasst und in nüchterner Touristen-Melancholie besingt. Auf „In einem Bild“ graben sich Staring Girl durch das Chaos und explodieren am Ende in sonnigen Farben. Andere würden vielleicht sagen: eine Mischung aus Songwriter-, Americana und Indiepop.

Staring Girl sind: Steffen Nibbe (Gesang, Gitarre), Jens Fricke (Gitarre), Gunnar Ennen (Tasten, Gitarre), Frenzy Suhr (Bass), Robert Weitkamp (Schlagzeug).

Pressestimmen:

„Staring Girl beweisen ihre Relevanz mit dieser Platte einwandfrei und verdienen es, gekannt und geliebt zu werden.“ (Intro)

„Ein bärenstarkes Gesamtpaket. Und ein Kandidat für das Herzensalbum des Jahres 2018.“ (soundsandbooks)

„Nibbes Texte sind ein Fenster, durch das man klettern kann, um dem Alltag zu entfliehen und komischerweise genau in ihn wieder einzusteigen, nur aus einer anderen Perspektive. Herrlich!“ (luserlounge)

„In ‚Matratzenladenneonröhrenlicht‘ beschreibt Nibbe eine Fahrt aus Hamburg hinaus so bildhaft und verträumt, sodass man vor dem geistigen Auge neben ihm im Bus sitzt.“ (Kieler Nachrichten)

Pressefotos:

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